Dienstag, 24. Oktober 2017
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Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Großenvörde

Gründung:

Die freiwillige Feuerwehr Großenvörde wurde am 02. August 1936 gegründet.

Die Gründungsversammlung fand an diesem Tage, es war ein Sonntag, im Gasthaus Bredemeier in Großenvörde statt. Dabei war neben den 16 Personen, die sich zum Beitritt zur freiwilligen Feuerwehr bekannt hatten, auch noch jeweils eine Person vom Landratsamt und vom Kreisfeuerwehramt anwesend. Sie fertigten auch das Gründungsprotokoll an.

Zum 1. Brandmeister wurde der Schmiedemeister Wilhelm Bredemeier gewählt.

Die Gründung der Feuerwehr ging auf eine Überprüfung der Beschaffenheit der Feuerlöscheinrichtungen der Gemeinde Großenvörde am 11. Januar 1931 durch den damaligen Bürgermeister August Dröge zurück.

In dem daraufhin angefertigten Schlussbericht vom 20. Februar 1932 beurteilt der Kreisbrandmeister die Feuerlöscheinrichtungen in Großenvörde mit ungenügend. Dieses veranlasst den Landrat dazu, den Bürgermeister von Großenvörde aufzufordern, „Maßnahmen zur Vervollständigung und evtl. Beschaffung der erforderlichen Feuerlöschgeräte im Benehmen mit dem Kreisbrandmeister zu treffen".

Der Entschluss, diese Maßnahmen zu treffen und auch durchzusetzen, wurde sicherlich auch noch durch 2 Brände, die sich jeweils in Kleinenvörde Nr. 3 ereigneten, unterstrichen.

Zunächst brannte am 03. Juni 1931 das Wohnhaus nieder. Dabei entstand Totalschaden; das Mobilar konnte jedoch größtenteils gerettet werden.

Am 11. November 1932 brannte auch das zu dem Anwesen gehörende Häuerlingshaus nieder. Auch dabei entstand Totalschaden. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten haben sich auch hier Anekdoten zugetragen, von denen nachfolgende Generationen noch schmunzelnd erzählen.

Feuerlöscheinrichtungen - 1937:

Am 20. September 1937 wurden die Feuerlöscheinrichtungen in Großenvörde abermals überprüft und dabei folgendes festgestellt:

- die Mannschaften sind uniformiert und vorschriftsmäßig ausgerüstet

- die Uniformen entsprechen den neuen Vorschriften

- es sind 3 Alarmhörner vorhanden

- es ist ein fließendes Gewässer mit einer Stauvorrichtung vorhanden

Mehr Ausrüstung stand der Feuerwehr zu dem Zeitpunkt nicht zur Verfügung!

Der Kreisbrandmeister wies in seinem anschließenden Schlussbericht darauf hin, dass bei passender Gelegenheit eine Handdruckspritze zu beschaffen ist.

1937 bis 1948:

Für die Zeit vom Oktober 1937 bis zum Oktober 1948 sind, bedingt durch den

2. Weltkrieg, keine Dokumente vorhanden. Bekannt ist lediglich, dass bereits im Juli 1937 vom Bürgermeister August Dröge mehrere Feuerwehrersatzmänner benannt wurden.

August Hormann:

Erst ab dem 16. November 1948 ist das nächste Dokument vorhanden. Außer einem Schreiben des Landratsamtes und des Feuerwehramtes Nienburg ist dort die Erklärung des damaligen Brandmeisters August Hormann, Vater des allseits bekannten „Dirk ut de Düpe", festgehalten. Sie besagt, dass die freiwillige Feuerwehr Großenvörde vom Feuerwehramt Nienburg/Weser leihweise eine „Kraftspritze nebst Zubehör", bis auf Widerruf zum Dienstgebrauch, erhalten hat.

Ferner wird A. Hormann mittels eines Einberufungsscheines, der gleichzeitig auch als Reisebescheinigung gilt, aufgefordert, in der Zeit vom 09.01.-13.01.1950

an der Landesfeuerwehrschule in Celle an einem Lehrgang für Gemeindebrandmeister teilzunehmen.

August Hormann versah seinen Dienst als Brandmeister der FF Großenvörde von 1945 bis 1957.

August Quellhorst:

Von 1957 bis 1963 nahm August Quellhorst die Aufgaben des Brandmeisters in Großenvörde wahr.

Heinrich Thiermann:

Nachfolger von August Quellhorst wurde von 1963 bis 1976 sein Schwiegersohn Heinrich Thiermann. Seine Amtszeit war von der allgemeinen Modernisierung im Feuerlöschwesen geprägt. Der bis 1967 verwendete Tragkraftspritzenanhänger, mit dem man, in Verbindung mit Schlepper und Gummiwagen nicht nur Brandeinsätze gefahren hatte, sondern vor und nach Wettkämpfen so manch amüsante Begebenheiten erlebte, wurde durch ein neues Tagkraftspritzenfahrzeug ersetzt.

Es war ein Ford Transit. Stände er noch in Großenvörde, würde er sicherlich noch gerne ein paar amüsante Geschichten erzählen.

Im Zuge der Gebietsreform 1974 verlegte die Feuerwehr ihr Domizil von der Garage bei Bredemeiers in den ehemaligen Fahrradschuppen der Schule in Großenvörde. Leider musste man ab diesem Zeitpunkt auf den bis dahin bestens

bewährten Schlauchturm sowie auf die vertraute Nähe des Gasthauses Bredemeier verzichten.

Dieter Hillmann:

Von 1976 bis 1994 übernahm Dieter Hillmann die Führung der FF Großenvörde. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde, wie für alle anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Uchte, auch für die FF Großenvörde ein 3000 Ltr. Wasserfass angeschafft. Es wurde zunächst in der Garage neben dem Feuerwehrfahrzeug untergebracht. Die Wasserfässer haben sich im Laufe der Jahre sehr gut bewährt und sind für die effektive Erstversorgung mit Löschwasser, gerade bei entlegenen Objekten, unverzichtbar.

Um die Gemeinschaftskasse ein wenig aufzubessern und gleichzeitig dem Umweltgedanken Rechnung zu tragen, wurde ein paar Jahre Glas gesammelt. Es war eine mühselige Angelegenheit, bei der es zeitweise auch zu Reifenpannen kam. Nachdem Steuerstrafen beim Transport von Altglas drohten, verlegte sich die FF Großenvörde auf das Sammeln von Altpapier. Nach einigen erfolgreichen Jahren wurde die Sammlung, im Zuge des allgemeinen Preisverfalls, ebenfalls eingestellt.

Zwischenzeitlich stellte der SC Grün-Weiß Großenvörde der Feuerwehr die benachbarte Garage zur Unterbringung des Wasserfasses zur Verfügung. Dadurch wurde es möglich, dass sich die Feuerwehr einen lang ersehnten Aufenthaltsraum ausbauen konnte.

Der Ausbau wurde in Eigenregie mit freiwilligen Helfern aus der Mitgliedergemeinschaft bewältigt. Die finanziellen Mittel wurden aus der Gemeinschaftskasse beigesteuert, die nicht zuletzt mit den zuvor genannten Sammlungen aufgebessert wurde.

Nachdem der SC Grün-Weiß Großenvörde beabsichtigte, einen Tennisplatz mit dazugehörigem Aufenthaltsraum, Umkleideräumen und sanitären Anlagen zu bauen, setzten sich Sportverein und Feuerwehr an einen Tisch und planten das Gemeinschaftsprojekt Räume für die Tennissparte sowie die Fahrzeughalle für die Feuerwehr. Die Baugenehmigung wurde im Sommer 1989 erteilt.

An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass die Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Feuerwehr besonders hier, aber auch bei allen anderen Projekten, wie z. B. Umbaumaßnahmen im Dorfgemeinschaftshaus, in hervorragender Weise geklappt hat. Maßgeblichen Anteil daran hatten, zumindest in den zurückliegenden Jahren Erich Wischmann und Dieter Hillmann sowie später Friedhelm Siemann und Hermann Sander.

Nicht unerwähnt bleiben sollen die vielen freiwilligen Helfer, ohne die die verschiedenen Projekte sicherlich nicht hätten durchgeführt werden können.

Im August 1990 konnte dann die Fahrzeughalle im feierlichen Rahmen eingeweiht werden.

Zwischenzeitlich, nämlich im November 1989 übernahm die FF Großenvörde ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Es passte, trotz anfänglicher Probleme, noch so eben in die alte Fahrzeuggarage.

Dieter Hillmann hat sich in all den Jahren bei vielen verschiedenen Aktivitäten besonders verdient gemacht und wurde nach Beendigung seiner Dienstzeit zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.

Hermann Sander:

1994 übernahm Hermann Sander die Führung der FF Großenvörde. Er führt seine Tätigkeit bis heute erfolgreich durch.

In all den Jahren wurde die FF Großenvörde zu den verschiedensten Lösch- und Rettungseinsätzen in Großenvörde sowie in den benachbarten Orten gerufen.

Ein Einsatz ganz ungewöhnlichere Art soll hier nicht unerwähnt bleiben:

Am 23. August 1999 wurde die FF Großenvörde gerufen, um eine in die Güllekuhle gerutschte Kuh zu retten. Diese gestaltete sich jedoch als besonders schwierig, da die Kuh hochtragend und die Öffnung der Güllekuhle nur 50 cm breit war.

Die Fa. Keller aus Minden rückte zu später Stunde mit Spezialgerät an, um die Öffnung der Kuhle zu vergrößern, sodass die Kuh dann mit Hilfe eines Teleskop-laders wieder ans Tageslicht geholt werden konnte. Die Kuh und dass später geborene Kalb haben die Aktion gut überstanden.

Am 26. Oktober 2001 fand wieder mal etwas Erwähnenswertes statt. Wir holten in Uchte unseren Ferrari ab. Gemeint ist damit unsere neue TS, die die alte, seit 1969 im Einsatz befindliche TS ablöste.

Die Gruppe war von Anfang an mit Form, Farbe und besonders mit der Leistung der TS so gut zufrieden, dass sie fortan mit Recht das Ferrari-Firmenlogo trägt.

Ende Juli 2004 hat die Wettbewerbsgruppe von sich aus die Initiative ergriffen, und die Fahrzeughalle, ebenso wie die Küche und den Aufenthaltsraum mit einem neuen Anstrich zu versehen. Vielen Dank dafür!

Jens Hillmann:

Am 27. September 2006 hat Jens Hillmann die Amtsgeschäfte von Hermann Sander übernommen und wird die FF Großenvörde als Brandmeister führen.

Von dieser Stelle aus herzlichen Glückwunsch!

Wettbewerbsgruppe:

Die Wettbewerbsgruppe der FF Großenvörde hat in all den Jahren ohne Unterbrechung an den verschiedenen Wettbewerben mit ganz beachtlichen 

Ergebnissen teilgenommen. Das ist sicher nicht selbstverständlich, zumal oftmals aus Personalmangel nur mit verminderter Gruppenstärke geübt werden konnte. Die Platzierungen lagen bis auf wenige Ausnahmen im vorderen Mittelfeld. Ein Dankeschön deshalb noch mal an alle ehemaligen sowie aktiven Gruppenmitglieder.

Wie man aus den Erzählungen älterer Feuerwehrmitglieder entnehmen kann, ist die Pflege des Kameradschaftsgeistes zu keinem Zeitpunkt zu kurz gekommen. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur unterstreichen.

Jugendfeuerwehr:

In den achtziger Jahren machten sich Nachwuchssorgen in der FF Großenvörde breit. Nachdem die FF Sapelloh eine Jugendfeuerwehr gegründet hatte, erklärte sich Andreas Lübkemann bereit, mit Großenvörder Kindern und Jugendlichen dort als Jugendbetreuer mitzuwirken. Zunächst bildeten die Mitglieder aus Großenvörde einen nicht unerheblichen Anteil in der Jugendfeuerwehr Sapelloh. Nach einem starken Rückgang der Mitglieder steigt die Anzahl der Großenvörder Mitglieder wieder. In der Zwischenzeit hat Marcel Kämper das Amt des Jugendfeuerwehrwartes übernommen. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank sowohl an Andreas als auch an Marcel für ihren unermüdlichen Einsatz.

Kulturgemeinschaft:

Mit dem Umbau des Dorfgemeinschaftshauses wurde die Kulturgemeinschaft, bestehend aus jeweils dem 1. und 2. Vorsitzenden des Sportvereins, des Skatclubs, des Geflügelzuchtvereins und der Feuerwehr gebildet. Zwischenzeitlich sind auch die Interessengemeinschaft Morlinge und die Dorfgemeinschaft Wegerden der Kulturgemeinschaft beigetreten.

Die gute Zusammenarbeit aller Vereine untereinander, unterstreicht einmal mehr, dass es sich auch in Zukunft lohnt, in Großenvörde aktiv am Vereinsleben teilzunehmen.

 

 

 

 

 

 

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